2. Installation

2.1. Überblick

Dieses Kapitel beschreibt die Installation des GeoShop Servers auf einem einzelnen Rechner im Netzwerk. Zusätzliche Installationsschritte im Zusammenhang mit Firewalls bzw. Skalierung über mehrere Rechner sind in [7] bzw. [8] beschrieben. Die Installation läuft grundsätzlich in folgenden Schritten ab:

  • Installation vorbereiten (Systemvoraussetzungen).

  • Installation des GeoShop Servers.

  • 32bit oder 64bit Installation.

  • Installation der GeoShop Administrator Tools.

  • Installation der GeoShop Client Tools (siehe separate Dokumentation zu jedem Tool).

  • Testen der Installation.

2.2. Installation vorbereiten

Bevor Sie mit der Installation beginnen können, müssen Sie folgendes beachten:

  • Der GeoShop Server läuft nur unter Windows XP, Windows Vista, Windows 7 und Windows 2003 (32 Bit Versionen der Betriebssyteme) und unter Windows 7 64 und Windows 2008 (64 Bit Versionen der Betriebssyteme).

  • Stellen Sie sicher dass 500 MByte freier Platz auf dem PC für die Installation der Software inkl. Demodaten zur Verfügung steht. Achtung: Die Server Software muss auf einer lokalen Harddisk des PC's installiert werden, sonst ist ein Betrieb als Windows Service nicht möglich.

  • Sie brauchen Lizenzschlüssel von infoGrips GmbH, damit Sie mit dem GeoShop beliebige Datensätzen publizieren können. Falls Sie eine Demoversion des GeoShop installieren, benötigen Sie keine Lizenzschlüssel. In diesem Fall kann jedoch die Funktionalität des GeoShop eingeschränkt sein.

  • Sie benötigen ein funktionsfähiges E-Mail Konto. Über das E-Mail Konto werden Nachrichten an die Kunden und an den Systemverwalter des GeoShop verschickt. Sie sollten sich ausserdem die Adresse Ihres SMTP Mail Servers bzw. die IP-Adressen der DNS-Server in Ihrem Netzwerk notieren.

  • Das Installationsverzeichnis darf keine Sonderzeichen enthalten ( Leerzeichen etc.).

2.3. Installation des GeoShop Server

2.3.1. Überblick

Die Installation des GeoShop Server erfolgt in folgenden Teilschritten:

  1. Installation der Software von der mitgelieferten CD-ROM.

  2. Anpassen von appserver.opt.

  3. Installation von GeoShop als Windows Dienst.

  4. Starten des GeoShop Server.

2.3.2. Installation der Software

Installation ab CD-ROM

Den GeoShop Server installlieren Sie wie folgt von der mitgelieferten CD-ROM:

  1. Melden Sie sich in Ihrem System unter einem Benutzer mit Administrator Privileg an.

  2. Starten Sie das Installationsprogramm \GeoShop\install.exe von der CD-ROM und folgen Sie den Anweisungen des Installationsprogramms oder entzippen Sie die gelieferte .zip Datei in einem Verzeichnis (= GEOSHOP_DIR). Das Installationsverzeichnis darf keine Sonderzeichen ( Leerzeichen etc.) enthalten.

Installation als Kopie

Wenn Sie zum Beispiel von einem Produktions-GeoShop einen Kopie als Entwicklungs/Test-GeoShop installieren möchten, eignet sich ein einfaches kopieren des GeoShop-Root-Verzeichnisses samt dem Inhalt.

copy \\PRODUKTION\GEOSHOP_DIR\*.* \\TEST\GEOSHOP_DIR\*.*

Sämtliche benötigten Anteile sind unter dem GeoShop-Root-Verzeichnis enthalten.

Die weiteren Schritte der Installation sind für beide Arten identisch.

2.3.3. Anpassen von appserver.opt

In den ASCII Datei \user\options\appserver.opt müssen Sie mindestens folgende Einträge im Abschnitt AppServer anpassen (eine Liste aller verfügbaren Optionen ist im Anhang zusammengestellt):

ADMIN_EMAIL

E-Mail Adresse des GeoShop Systemverwalters. An diese Adresse werden alle wichtigen Fehlermeldungen geschickt. Es können auch mehrere Administrator E-Mail als kommaseparierte Liste eingetragen werden.

SMTP_HOST

Name des SMTP Servers über den der GeoShop E-Mails verschicken soll (z.B. mail.firma.ch). Für SMTP_HOST darf auch eine kommaseparierte Liste von Servern angegeben werden. Falls mehrere Server angeben werden, werden die Server in der angegebenen Reihenfolge kontaktiert, bis einer der angegebenen Server die E-Mail verschicken kann (Fehlertoleranz).

DNS_SERVER<N>

Falls kein SMTP_HOST zur Verfügung steht, müssen Sie die Optionen DNS_SERVER1 bis DNS_SERVER3 auf die DNS-Server IP-Adressen setzen. Der GeoShop benimmt sich in diesem Fall selber wie ein Mailserver. ACHTUNG: Diese Option ist wegen Firewall oder SPAM-Einstellungen oft nicht (mehr) möglich. Fragen Sie dazu Ihren Netzwerkadministrator.

2.3.4. Installation als Windows Dienst

Installation

Der GeoShop kann entweder in einem DOS Fenster oder als Windows Dienst gestartet werden. Falls Sie GeoShop als Dienst installieren möchten, gehen Sie wie folgt vor:

  1. Öffnen Sie ein DOS Fenster.

  2. cd GEOSHOP_DIR\system\bin

  3. jserv install GeoShop

[Anmerkung]

Sie müssen als Administrator in Windows angemeldet sein, sonst kann der Dienst nicht installiert werden.

[Anmerkung]

Sie können den GeoShop Service mit jserv remove GeoShop wieder deinstallieren. Der Service muss vorgängig gestoppt werden ( z.B. mittels Windows Befehl <sc stop GeoShop> ).

Anpassung

Der GeoShop ist ein Java-Programm das mit einer gewissen Menge von Memory gestartet wird. Falls Sie dieses Memory anpassen möchten, gehen Sie wie folgt vor.

  1. Öffnen Sie den Registrierungseditor regedit

  2. Selektieren Sie

    HKEY_LOCAL_MACHINE > SYSTEM > CurrentControlSet > Services > GeoShop > Parameters > Application

    wobei GeoShop Ihrem Namen für den installierten Windows Dienst für den GeoShop entspricht.

  3. Im Wert für den Parameter Application ist der Aufruf des GeoShops als Dienst enthalten.

    Im Wert finden Sie in etwa folgenden Abschnitt

    ... -Xms64m ...

    oder

    ... -Xms128m -Xmx128m ...

    Mit -Xms und -Xmx wird der Java Maschine mitgegeben, wieviel Memory diese minimal und maximal für das Programm zur Verfügung hat. 64m entspricht 64 Megabyte, 128m entspricht 128 Megabyte.

    Passen Sie diese Werte bei Bedarf an. Geben Sie für das minimale und das maximale Memory den gleichen Wert ein. Beispiel für 512 Megabyte:

    ... -Xms512m -Xmx512 ...

    Akzeptieren Sie die Anpassung mit dem Button OK .

  4. Verlassen Sie den Registrierungseditor regedit

  5. Bei einem nächsten Start des GeoShop als Windows Dienst werden die neuen Memory Definitionen berücksichtigt.

2.3.5. Starten des GeoShop Servers

Der GeoShop kann auf drei Arten gestartet werden.

GeoShop starten über Windows Dienst

Falls Sie den GeoShop als Windows Dienst eingerichtet haben, starten Sie den GeoShop über Windows als Windows Dienst.

Ein GeoShop in einer Produktionsumgebung wird so gestartet.

GeoShop starten über Start Programm

Falls Sie den GeoShop ab CD Installiert haben, existiert im Startmenü von Windows ein Eintrag, um den GeoShop zu starten.

Start>Programme>infoGrips GeoShop>GeoShop Server

Es wir automatisch ein DOS-Fenster geöffnet und der GeoShop Server meldet sich mit:

starting GeoShop ... on host <host> ...

Falls der Server gestartet werden konnte, wird am Schluss

AppServer ... started on host <host>.

angezeigt.

Diese Art der Startes eignet sich, wenn der GeoShop nur gelegentlich benutzt wird.

GeoShop starten über ein Batch-File

Gehen Sie wie folgt vor.

  1. Öffnen Sie ein DOS Fenster.

  2. cd GEOSHOP_DIR\system\bin

  3. appserver.bat

Im DOS Fenster erscheinen Meldungen des GeoShops.

Diese Art der Startes eignet sich, wenn der GeoShop nur gelegentlich benutzt wird, zum Beispiel als Entwicklungs-/Testumgebung.

Log-File

Egal wie der GeoShop gestartet wird, schreibt der GeoShop Informationen in das Logfile

GEOSHOP_DIR\data\logs\serverlogs\appserver.log

Falls Fehlermeldungen während dem Starten ausgegeben werden, sollten Sie deren Ursache beheben und den Server erneut starten. Weitere Angaben zur Fehlerbehebung finden Sie in Abschnitt 2.6 (Testen der Installation).

2.4. 32-Bit oder 64-Bit Installation

Ab Version 2018 bietet der GeoShop volle 64-Bit Unterstützung, d.h. sowohl der GeoShop Server (Java Applikation) als auch die im GeoShop integrierten INTERLIS Tools (C Applikation) können unter 64-Bit verwendet werden. Wenn Sie nicht sicher sind, ob Sie 32-Bit oder 64-Bit verwenden sollen, sind nachfolgend ein paar Fakten zusammengestellt welche bei der Entscheidung helfen können:

  • Die heute eingesetzten Server Betriebssysteme (Windows 2008, Windows 2012 bzw. Windows 2016) sind nur noch als 64-Bit Versionen erhältlich, d.h. diese Betriebssyteme können grundsätzlich 32-Bit oder 64-Bit Applikationen ausführen.

  • Es ist möglich den GeoShop Server (Java Applikation) unter 64-Bit zu verwenden, die darin integrierten INTERLIS Tools aber unter 32-Bit (mixed mode).

  • Der 64-Bit GeoShop Kartenserver kann mit grösseren Dateien umgehen als die 32-Bit Version (z.B. hochaufgelöste Orthophotos).

  • Nicht alle INTERLIS Tools Schnittstellen sind unter 64-Bit verfügbar. Von der Ausnahme betroffen sind hauptsächlich ältere ESRI Formate (Personal GeoDatabase) oder Datenbanken (ARC SDE). Der Grund dafür ist, dass die Treiber für diese Zielsysteme mit ESRI Bibiliotheken entwickelt wurden, welche nur 32-Bit unterstützen.

  • 64-Bit Applikationen brauchen mehr RAM als 32-Bit Applikationen, können dafür aber mehr als 3 GByte RAM adressieren.

  • ODBC Datenbanktreiber sind etwas komplizierter zu installieren als die 32-Bit Versionen (insbesondere MSAccess).

Basierend auf den obigen Fakten unsere Empfehlungen zu 32bit oder 64-Bit Installation:

  • Für Testinstallationen empfehlen wir sowohl für den GeoShop Server als auch die darin integrierten INTERLIS Tools 32-Bit. Die 32-Bit Version ist am einfachsten zu installieren, bzw. wird direkt vom Installationsprogramm unterstützt.

  • Für produktive Installationen empfehlen wir für den GeoShop Server 64-Bit und im Normalfall für die INTERLIS Tools 32-Bit (mixed mode).

  • Nur wenn man extrem grosse Datenbestände verwalten muss (z.B. grosse Kantone wie z.B. der Kanton Bern bzw. die ganze Schweiz), sollte man auch die INTERLIS Tools für 64-Bit konfigurieren.

2.4.1. GeoShop Server 64-Bit Konfiguration

Die im letzten Abschnitt beschriebene Installation mit dem Installationsprogramm installiert einen 32-Bit GeoShop Server mit integrierten 32-Bit INTERLIS Tools. So kann man den GeoShop Server (Java Applikation) für 64-Bit konfigurieren:

  • Zuerst muss der GeoShop Dienst gestoppt werden.

  • Danach muss die 32-Bit Java Runtime im Verzeichnis \jre durch die 64-Bit Variante ersetzt werden. Die 64-Bit Variante befindet sich unter \system\redist\jre_18_x64.

  • Danach sollte man das Memory (RAM) des Server in der Registratur auf mindestens 4 GByte erhöhen.

  • Zuletzt muss der GeoShop Dienst wieder gestartet werden.

In der Logdatei appserver.log wird dann java version is ...., 64-Bit angezeigt.

2.4.2. INTERLIS Tools 64-Bit Konfiguration

Damit die INTERLIS Tools unter 64-Bit ausgeführt werden, muss in appserver.opt folgender zusätzlicher Eintrag im Abschnitt AppServer gemacht werden:

MAP
   AppServer MAP
      :
      ICS_RUNTIME STRING 'bin64'
   }
   :
}

In appserver.log wird dann testing ICS_COMMAND (... ...\system\bin64\ics.exe) angezeigt.

[Anmerkung]

Wenn die INTERLIS Tools unter 64-Bit laufen, müssen auch die von den INTERLIS Tools verwendeten ODBC-Quellen unter 64-Bit definiert werden.

[Anmerkung]

MSAccess empfehlen wir grundsätzlich nicht (weder 32-Bit noch 64-Bit) als Datenbank für produktive GeoShop Installationen da diese Datenbank nicht Multiuser-fähig ist.

2.5. Installation der Administrator Tools

Die Administrator Tools wurden bereits automatisch mit dem GeoShop Server unter GEOSHOP_DIR\system\bin installiert. Zusätzliche Installationsschritte sind daher nicht notwendig.

2.6. Installation der GeoShop Client Tools

Allfällige zusätzliche Installationschritte sind in den separaten Benutzerhanbüchern zu jedem Client Tool beschrieben.

2.7. Testen der Installation

2.7.1. Überblick

Die Konfiguration sollte in folgenden Teilschritten getestet werden.

  • Testen des GeoShop Servers.

  • Testen des GeoShop Client Applet.

  • Testen der Administrator Tools.

2.7.2. Testen des GeoShop Servers

  1. Starten Sie den GeoShop Server als Windows Dienst oder in einem DOS Fenster.

  2. Prüfen Sie in der Logdatei GEOSHOP_DIR\data\logs\serverlogs\appserver.log oder im DOS Fenster ob der GeoShop Server gestartet wurde.

2.7.3. Testen des GeoShop Client Applet

  1. Rufen Sie mit einem Webbrowser die Seite http://SERVER_IP:3501/geoshop/client.html auf.

  2. Auf dem Bildschirm sollten Sie die Login Maske sehen.

  3. Loggen Sie unter dem Benutzer test Passwort test ein.

  4. Geben Sie eine Bestellung auf.

  5. Der GeoShop Server sollte Ihnen zwei E-Mails schicken.

  6. Laden Sie die Datei order.zip lokal auf Ihren PC.

2.7.4. Testen der Administrator Tools

  1. Rufen Sie admin.jar über Start>Programme>infoGrips GeoShop>GeoShop Administrator auf.

  2. Loggen Sie unter dem Benutzer Admin Passwort infogrips ein. Die Bedienung von admin.jar ist in Kapitel 4 beschrieben.

2.8. Fehlerbehebung

Fehlermeldung: "Page not Found" im Browser
  • Prüfen Sie ob Sie die Webadresse http://<server>:3501/geoshop/client.html richtig eingegeben haben. Für <server> müssen Sie die DNS- oder IP-Adresse des GeoShop Server angeben.

Verbindung zu GeoShop Server funktioniert nicht
  • Ist der GeoShop Server gestartet ?

  • Ist der GeoShop Server hinter einem Firewall ? Weitere Informationen dazu im GeoShop Netzwerkhandbuch.

GeoShop verschickt keine E-Mail
  • Sind die GeoShop Optionen SMTP_HOST (bzw. DNS_SERVER*) und ADMIN_EMAIL korrekt gesetzt ?

  • Haben Sie in der Bestellmaske des GeoShop Client Ihre eigene E-Mail Adresse korrekt eingetragen ?

Andere Fehler
  • Bei anderen Fehlern sollten Sie auf jeden Fall die Logdatei GEOSHOP_DIR\data\logs\serverlogs\appserver.log überprüfen.

  • Für jeden Job wird unter GEOSHOP_DIR\data\logs\joblogs eine Logdatei angelegt, welche Sie ebenfalls überprüfen können.